Sorge um Stadtfelder Einzelhandel

In diesen Wochen wird wieder über die Ansiedlung weitere Einzelhandelsflächen in Stadtfeld diskutiert. Diesmal im Rahmen der Pläne für den Bereich rund um den Klaus-Miesner-Platz. Hier ist geplant, einen großflächigen Möbelmarkt zu errichten. Für das eigentliche Herzstück des B-Plan-Gebietes, die Hermann-Gieseler-Halle, ist die zukünftige Nutzung noch völlig unklar. Auch Einzelhandel soll laut Bebauungsplan möglich sein, im Höchstfall auf einer Fläche von über 4.000 qm. Gemeinsam mit dem Möbelmarkt (6.000 qm) könnten hier also 10.000 qm zusätzlicher Handelsfläche entstehen. Auf dem direkt daneben liegenden Schlachthof-Areal werden ebenfalls neue Einzelhandelsflächen entstehen.

Eine Ansiedlung von weiteren zum Teil zentrenrelevanten Einzelhandelsflächen in dieser Größenordnung entlang der Liebknechtstraße hätte ohne Zweifel auch Auswirkungen auf die bestehenden Handelsstrukturen – nicht nur in Stadtfeld, sondern auch in den umliegenden Stadtteilen. Weitere Umzüge und Schließungen drohen. Zum Vergleich: Im Magdeburger Märktekonzept wird für Stadtfeld-Ost, Stadtfeld-West und Diesdorf ein Bestand von 35.560 qm Einzelhandelsfläche ausgewiesen. Mit den Plänen am Klaus-Miesner-Platz würden hier also fast 30 % dazukommen.

Gleichzeitig haben die beiden Stadtfelder Hauptgeschäftsstraßen Olvenstedter Straße und Große Diesdorfer Straße weiterhin und immer mehr mit Problemen zu kämpfen. Im Stadtteilzentrum Große Diesdorfer Straße setzte dieser Abwärtstrend mit dem Umzug der Sparkasse ein. Seitdem ist die Handelsstruktur von Wandel und bedauerlicherweise anhaltendem Leerstand geprägt. Von einem Mangel an Handelsflächen kann also keine Rede sein. Infrastrukturelle Verbesserungen, wie barrierefreie Haltestellen und Gehwege, sichere Radwege und mehr Aufenthaltsqualität in der Großen Diesdorfer Straße werden seit Jahren verschleppt, obwohl der Bedarf längst bekannt ist und im “Integrierten Stadtentwicklungskonzept” beschrieben wird. Auch in der Olvenstedter Straße muss man mittlerweile leider einen gewissen Leerstand beobachten.

Als realitätsfern stufen wir die im Bauauschuss getätigte Äußerung von CDU-Stadtrat Reinhard Stern, es gäbe “keinen Leerstand”, ein. Wenn dieser Kenntnisstand die Basis für wichtige Entscheidungen ist, finden wir das mehr als problematisch. Gerade in der Kommunalpolitik hat man den Vorteil, sich die Dinge vor Ort anschauen zu können. Wer in den beiden Geschäftsstraßen unterwegs ist, kann die Augen vor dem allgegenwärtigen Leerstand und den infrastrukurellen Problemen nicht verschließen. Hier gilt es anzusetzen und nicht immer neue Einzelhandelsflächen aus dem Boden zu stampfen.

Stadtratsantrag für mehr Sicherheit an Stadtfelder Haltestellen

Zur kommenden Stadtratssitzung am 14. Mai 2020 steht ein SPD-Antrag auf der Tagesordnung, der für mehr Sicherheit an den Stadtfelder Straßenbahnhaltestellen sorgen soll.

Bei einem Großteil der Haltestellen in Stadtfeld müssen die Fahrgäste auf die Straße treten, um auszusteigen oder die einfahrende Straßenbahn zu erreichen. In diesem Zeitraum ist der Straßenbereich normalerweise für Autos tabu. Die Realität sind nicht immer so aus. Oftmals geht von durchfahrenden Autos, die z.B. noch die grüne Ampel schaffen wollen, eine Gefahr aus.

Haltestelle am WestringAls SPD fordern wir, dass alle Haltestellen mit Haltestellenmarkierungen (großes „H“) auf der Fahrbahn ausgestattet werden und diese einmal im Jahr erneuert werden, damit die Bereiche gut gekennzeichnet sind. An manchen Haltestellen – wie z.B. am Westring – fehlen die Markierungen komplett. Andere Markierungen sind mittlerweile nur noch schlecht zu erkennen. Insgesamt verfügen nur 25% der Haltestellen in der Olvenstedter Straße und Großen Diesdorfer Straße über gut sichtbare Markierungen.

Darüber hinaus wollen wir prüfen lassen, ob hinter den Haltestellen befindliche Ampeln auf „rot“ geschaltet werden können, sobald eine Straßenbahn in den Haltestellenbereich einfährt.

Burkhard LischkaSPD-Stadtrat Burkhard Lischka: “Die vorgeschlagenen Maßnahmen erhöhen die Verkehrssicherheit, insbesondere für Fahrgäste der MVB. Leider sind sie nicht gängiger Standard.”

Aus dem Antrag A0091/20:

Der Stadtrat möge beschließen:

  • Alle Straßenbahnhaltestellen an der Olvenstedter Straße und an der Diesdorfer Straße sind mit einer Haltestellenmarkierung (großes “H”) zu versehen. Diese Fahrbahnmarkierung ist einmal im Jahr zu erneuern, damit die Haltestellenbereiche gut gekennzeichnet sind.
  • Ferner wird sie Verwaltung gebeten zu prüfen, inwieweit hinter den Haltestellen befindliche Ampeln auf “rot” geschaltet werden können, sobald eine Straßenbahn in den Haltestellenbereich einfährt.
Zum Antrag A0091/20

Aktueller Stand (08.05.2020):

Haltestelle Markierung vorhanden Keine Markierung oder schlecht zu erkennen
Olvenstedter Platz (stadteinwärts)
Olvenstedter Platz (stadtauswärts)
Friesenstraße (stadteinwärts)
Friesenstraße (stadtauswärts)
Wilhelmstädter Platz (stadteinwärts)
Wilhelmstädter Platz (stadtauswärts)
Goethestraße (stadteinwärts)
Gerhart-Hauptmann-Straße (stadtauswärts)
Gerhart-Hauptmann-Straße (stadteinwärts)
Arndtstraße (stadteinwärts)
Arndtstraße (stadteinwärts)
Westring (stadteinwärts)
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Keine Besserung der Querungssituation in der Arndtstraße in Sicht

Der abgesenkte Bordstein vor der Apotheke in der Arndtstraße ist zugeparkt. Nur ein Beispiel von vielen.

Die SPD-Stadtratsfraktion hat die Stadtverwaltung im Dezember gebeten zu prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, dass unzulässige Parken und Halten von PKW-Verkehrsteilnehmer*innen an der Querung der Nordseite der Arndtstr./ Ecke Diesdorfer Straße zu unterbinden. Dabei sollte unter anderem eine bauliche Maßnahme – als Vorzugsvariante – geprüft werden, die vorsieht, die bestehende Querungsmöglichkeit bis an den Fahrbahnrand – analog zum Lessingplatz – zu verlängern und ob diese Vorzugsvariante kurzfristig umgesetzt werden kann.

Das Prüfergebnis der Stadtverwaltung liegt nun in Form einer Information vor und fällt ernüchternd aus. Zwar wird festgestellt, dass “ein Umbau des Einmündungsbereiches (..) baulich möglich wäre”, dies aber “aufgrund der Schleppkurventhematik” des dort abbiegenden Busses ausscheidet: “Zu berücksichtigen bei der Thematik ist, dass die Strecke nach Süden, d.h. Fahrtrichtung Liebknechtstraße, durch einen Bus (insbesondere einen 18m Niederflurgelenkbus) passiert werden muss. Dies ist die Voraussetzung für die im Nahverkehrsplan (..) vorgesehene Linienführung der Linie 52. Die entsprechenden Schleppkurven sind somit zwingend bei einem Ausbau / Vergrößerung des Seitenbereiches zu berücksichtigen.”

Markierte Sperrflächen sind laut Stadtverwaltung “ebenfalls kein Mittel zur Steigerung der Querungsqualität für Fußgänger”: “Diese sind Bestandteil der Fahrbahn und dürfen von Fahrzeugen nicht benutzt werden. Weiterhin ist die Sperrfläche straßenverkehrsrechtlich kein für Fußgänger zugewiesener Bereich.”

Die Verwaltung kommt insgesamt zu dem Schluss, dass “aufgrund der oben aufgezeigten komplexen Gesamtthematik ein kurzfristiger Umbau nicht empfohlen wird. Es sind weitere Überlegungen und Untersuchungen erforderlich, insbesondere auch mit der Polizei, um alternative jedoch verkehrssichere Lösungsansätze zu prüfen. Die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer steht hier eigens im Fokus.” Das Ergebnis dieser “Überlegungen und Untersuchungen” wird für das 3. Quartal 2019 angekündigt.

Kornelia KeuneDie Stadtfelder SPD-Stadträtin Kornelia Keune: “Wir bleiben am Ball und werden uns weiterhin für eine Verbesserung der Querungssituation an der Ecke Arndtstraße/Große Diesdorfer Straße einsetzen. So wie es seit vielen Jahren ist, kann es nicht bleiben. An einem für den Stadtteil so wichtigen Verkehrsknotenpunkt muss die sichere Nutzung des öffentlichen Raums für alle möglich sein.”

Information der Stadtverwaltung

Fahrradschutzstreifen in der Großen Diesdorfer Straße verbessern

Am 16. April diente ein Teil des Radschutzstreifens in der Großen Diesdorfer Straße als Ort für die kreative wie auch praktische Protestaktion der Initiative “Magdeburger Radkultur”. Im Bereich der Einmündung zur Maxim-Gorki-Straße rollten die Aktivisten den Radfahrerinnen und Radfahrern wortwörtlich den roten Teppich aus. Ziel war, zu zeigen, wie groß der Unterschied bei der Wahrnehmung des Radschutzstreifens mit einem farbigen Untergrund sein kann. Eine bessere Wahrnehmung und Akzeptanz des Streifens ist notwendig, denn knapp zwei Jahre nach seiner Einführung wird der eigentlich den Radfahrern vorbehaltene Bereich noch immer regelmäßig von motorisierten Verkehrsteilnehmern genutzt. Und viele Radfahrer nutzen nach wie vor die Fußgängerwege entlang der Magistrale.

Die Umsetzung des Radschutzstreifens ist seiner jetzigen Form ist nicht mehr als ein Provisorium, das ein Mindestmaß an Sicherheit für den Radverkehr ermöglichen soll. Ein Provisorium, das bis zum grundhaften Umbau der Diesdorfer Bestand haben sollte. Nun da der Ausbau in weite Ferne gerückt ist, muss man sich auch mit den offensichtlichen Schwächen dieses Provisoriums beschäftigen und diese beseitigen.

Unser Antrag “Sicherheit für Stadtfelds Radverkehr”

Die Problematik wurde im Rahmen der Veranstaltung “Fraktion vor Ort..” in Stadtfeld angesprochen. Daraus entstand der Antrag “Sicherheit für Stadtfelds Radverkehr”, der in der Stadtratssitzung am 21. März 2019 zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen wurde.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt,

  1. einen durchgängigen Fahrradschutzstreifen zwischen Adelheidring und Europaring zu installieren.
  2. Zusätzlich sollen mehr Piktogramme aufgebracht werden, um für eine bessere Wahrnehmung und Akzeptanz des Fahrradschutzstreifens zu sorgen.
  3. Der am Europaring endende Fahrradschutzstreifen soll durchgängig bis zum Westfriedhof weitergeführt werden.

Begründung:

Der 2017 angelegte Fahrradschutzstreifen zwischen Adelheidring und Europaring wird von Radfahrern derzeit wenig genutzt. Die Gründe dafür sind weitreichend. Hauptkritikpunkt ist, dass vor allem bei hohem Verkehrsaufkommen die Sicherheit für Radfahrer nicht gegeben ist. Zum einen wird häufig der Sicherheitsabstand vom Fließverkehr nicht eingehalten, zum anderen fährt so manches Fahrzeug aufgrund des engen Straßenraumes gern mal über die Markierung. Auch wird der Schutzstreifen teilweise zum Hindernisparcours durch parkende Lieferfahrzeuge. Viele Radfahrer weichen deshalb auf den benachbarten Fußweg aus, was wiederum zu Konflikten mit dort langgehenden Fußgängern führt.

Ein weiteres Manko ist der durchbrochene Schutzstreifen an den Kreuzungen. Auch hier wird’s für Radfahrer schnell gefährlich, da sie vom herannahenden Verkehr meist gar nicht oder zu spät wahrgenommen werden.

Ein durchgängiger Fahrradschutzstreifen sowie zusätzliche Piktogramme erhöhen daher die Wahrnehmung des Radverkehrs und tragen zu mehr Akzeptanz und Sicherheit für die Radfahrer bei.
Wie auch im Antrag A0040/19 avisiert, erachten wir zudem einen lückenlosen Anschluss des Schutzstreifens als sinnvoll, da viele Radfahrerinnen und Radfahrer bis zum Westfriedhof durchradeln und aufgrund des schlechten Zustandes des Radweges teils auf die Straße oder den Fußweg ausweichen müssen.

Antrag A0080/19

Verbesserungen für Fußgänger an der Ecke Arndtstraße / Große Diesdorfer Straße im Stadtrat

Problemlage am Nordende der Arndtstraße / Ecke Gr. Diesdorfer Straße
Schon lange zählt die Kreuzung Arndtstraße und Große Diesdorfer Straße zu den Problemzonen in Stadtfeld. Mittlerweile macht sich das auch durch wachsenden Leerstand der Geschäfte bemerkbar. Trotz aller Unzulänglichkeiten wird der Knotenpunkt aber weiterhin rege genutzt, was auch an den dort ansässigen medizinischen Versorgungsangeboten liegt.

Für Fußgänger ist vor allem die Situation beim Queren der Arndtstraße problematisch. Der Verkehr ist schlecht einsehbar und die abgesenkten Bordsteine sind oft zugeparkt, was nicht nur für mobilitätseingeschränkte Bürgerinnen und Bürger ein großes Problem darstellt, sondern beispielsweise auch für Eltern, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Im familienreichsten Stadtteil Magdeburgs sicher kein allzu seltener Fall. Die SPD-Stadtratsfraktion Magdeburg wird daher zur Stadtratssitzung am 06.12.2018 einen Antrag einbringen, um Verbesserungen für Fußgänger an der Ecke Arndtstraße / Große Diesdorfer Straße schnellstmöglich auf den Weg zu bringen.

Der Stadtrat möge beschließen:
Der Oberbürgermeister wird gebeten zu prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, dass unzulässige Parken und Halten von PKW-Verkehrsteilnehmer*innen an der Querung der Nordseite der Arndtstr./ Ecke Diesdorfer Straße zu unterbinden. Dabei soll unter anderem eine bauliche Maßnahme – als Vorzugsvariante – geprüft werden, die vorsieht, die bestehende Querungsmöglichkeit bis an den Fahrbahnrand – analog zum Lessingplatz – zu verlängern. Außerdem soll geprüft werden, ob diese Vorzugsvariante kurzfristig umgesetzt werden kann.

Die Querung an der Nordseite der Arndtstraße/ Ecke Große Diesdorfer Straße ist häufig durch PKW blockiert. Am Lessingplatz existierte eine ähnliche Problemlage. Dort konnte durch eine bauliche Maßnahme Abhilfe geschaffen werden (siehe Fotos). Die Anwohner*innen favorisieren eine ähnliche Baumaßnahme an der Arndtstraße/ Ecke Diesdorfer Straße. Dadurch soll das unzulässige Parken und Halten von PKW-Verkehrsteilnehmer*innen an dieser Stelle verhindert werden und Bürger*innen mit Beeinträchtigungen sowie Eltern mit Kinderwagen das Queren der Straße erleichtert bzw. ermöglicht werden.

Antrag herunterladen

Stolpersteine im Gedenken an Dr. Georg Moser und Elvira Susetta Moser in der Großen Diesdorfer Straße

Am Morgen des 30. November 2018 wurden die vom SPD-Ortsverein Stadtfeld gespendeten Stolpersteine für Dr. Georg Moser und Elvira Susetta Moser in der Großen Diesdorfer Straße 21 verlegt.

Wir erinnern an

Dr. Georg Moser
geborener Moses, geboren am 13. Januar 1873 in Magdeburg, praktischer Arzt, wohnhaft in Magdeburg, Große Diesdorfer Straße 21/22, deportiert am 2. Dezember 1942 in das Ghetto Theresienstadt, tot am 19. März 1944 in Theresienstadt.

Elvira Susetta Moser
geborene Fleischer, geboren am 31. Januar 1885 in Hannover, wohnhaft in Magdeburg, Große Diesdorfer Straße 21/22, deportiert aus der Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn, am 15. Juni 1942 in das Vernichtungslager Sobibor, ermordet.

Auszug aus dem Infoblatt zum Ehepaar Dr. Moser

Im Jahr 1897 erhält Georg Moser schließlich in Würzburg seine Approbation und lässt sich dann im Magdeburger Stadtteil Wilhelmstadt als praktischer Arzt nieder. Zunächst praktiziert er in der Annastraße 1, von 1901 bis 1928 in der Großen Diesdorfer Straße 226, wo auch seine Eltern wohnen, und ab 1930 in der Großen Diesdorfer Straße 21/22, dem so genannten „Wilhelmstädter Rathaus“, wie es damals wohl genannt wurde…

Infoblatt herunterladen

Straßenmarkierung für Haltestellenbereich Große Diesdorfer Straße / Arndtstraße wird erneuert

Straßenmarkierung für Haltestellenbereich Große Diesdorfer/Arndtstraße wird erneuertDer SPD-Ortsverein Stadtfeld diskutierte in der letzten Mitgliederversammlung auch die Verkehrssicherheit in der Großen Diesdorfer Straße. Eines der genannten Probleme waren die mittlerweile starkt abgenutzten Markierungen für Haltestellen auf der Straße. Eigentlich sollte ein großes, weißes “H” die Autofahrer auf einen darauf folgenden Haltestellenbereich hinweisen. Da diese nur noch schlecht oder überhaupt nicht mehr zu erkennen sind, ist eine schnellstmögliche Erneuerung der Markierungen notwendig. Die Stadtfelder Stadträtin Kornelia Keune hat daher eine Anfrage diesbezüglich an die Stadtverwaltung gestellt und nun die Antwort erhalten, dass “eine Instandhaltung bzw. Erneuerung der Markierung laut Aussage der Magdeburger Verkehrsbetriebe in diesem Jahr (April – Oktober) eingeplant wird.”

Ortsverein diskutiert mit Stadtverwaltung und Geschäftsstraßenmanagerin über Stadtfeld-Themen

v.l.n.r. Geschäftsstraßenmangerin Franziska Briese, Ortsvereinsvorsitzende Kornelia Keune und Dr. Dieter Scheidemann, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr der Landeshauptstadt MagdeburgFür unsere Oktober-Sitzung hatten wir Dr. Dieter Scheidemann, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr der Landeshauptstadt Magdeburg, und die neue Geschäftsstraßenmanagerin Franziska Briese eingeladen, um über verschiedene aktuelle Themen rund um Stadtfeld zu diskutieren. Der Baubeigeordnete brachte mit Heide Grosche (Amtsleiterin Stadtplanungsamt) und Dirk Rocher (Projektleiter “Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee”) zwei weitere kompetente Gesprächspartner mit.

Zuerst stellte Franziska Briese ihre Ideen für die zukünftige Unterstützung der Gewerbetreibenden in Stadtfeld Ost und West vor. Sie ist seit Juli diesen Jahres als Geschäftsstraßenmanagerin in den Stadtteilen aktiv. Im Fokus stehen vor allem die beiden Hauptgeschäftsstraßen Olvenstedter Straße und Große Diesdorfer Straße. Aber auch die zahlreichen Händler in den anderen Bereichen sollen von der Arbeit des Geschäftsstraßenmanagements (GSM) profitieren, z.B. über die Förderung durch einen Verfügungsfond zur Realisierung von Kleinvorhaben. Wer in Zukunft ein Geschäft in Stadtfeld eröffnen möchte, kann ebenfalls auf die Hilfe des GSM zurückgreifen. Durch den Aufbau eines Leerstandskatasters wird es leichter sein, ein geeignetes Objekt zu finden.

Dr. Scheidemann gab im Anschluss einen kurzen Überblick zu den aktuellen Bauaktivitäten in Magdeburg. Das wohl anspruchvollste Bauprojekt ist ohne Zweifel die Tunnelbaustelle zwischen Damaschkeplatz und Ernst-Reuter-Allee. Nach der monatelangen Vollsperrung ist jetzt die erste Brücke fertiggestellt und die darunterliegende Tunneldecke wird errichtet. Projektleiter Dirk Rocher erläuterte uns den Baufortschritt und hatte einige aktuelle Fotos der Baustelle dabei.

Intensiv wurden danach die von der Stadtverwaltung negativ beantworteten SPD-Stadtratsanträge zu Tempo 30 in der Arndtstraße und für mehr Verkehrssicherheit und Parkplätze am Schellheimerplatz diskutiert.

Nach Ansicht der Stadtverwaltung gibt es momentan keinen ausreichenden Grund, um eine Geschwindigkeitbegrenzung in der Arndtstraße anzuordnen. Eine besondere Gefährdung von Radfahrern, Kindern auf dem Schulweg und anderen Fußgängern wird nicht gesehen. “Auf Grund von gefühlten Gefahrensituationen kann keine Regelung für eine Beschränkung des fließenden Verkehrs begründet werden”, erklärt die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme (pdf-Datei). Der Einfluss von Lärm auf die Wohnbevölkerung muss in einem Lärmgutachten geklärt werden. Aufgrund der aktuellen Tunnelbaumaßnahmen und der damit verbundenen Vollsperrung für den Autoverkehr nutzen derzeit viele Kraftfahrzeugfahrer die Arndtstraße als Ausweichroute, um zur nächsten Ringauffahrt in Richtung Stadtzentrum zu gelangen. Dieses merklich erhöhte Verkehrsaufkommen führt neben der steigenden Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auch zu einer deutlich erhöhten Lärm- und Abgasemission in der Arndtstraße. Eine Vor-Ort-Umfrage der GWA Stadtfeld-Ost hatte im Frühjahr eine Zustimmung von über 70 Prozent für Tempo 30 in der Arndtstraße ermittelt und das Thema in einer der GWA-Bürgerversammlungen diskutiert.

Die Pläne, auf dem Schellheimerplatz eine Einbahnstraßenregelung (und somit eine Art Kreisverkehr) einzuführen und auf diesem Wege für mehr Sicherheit und ein größeres Stellplatzangebot durch Querparken zu sorgen, wurden ebenfalls von den in der GWA aktiven Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagen. Schon lange wird über die Verkehrssicherheit am belebten und beliebten “Schelli” diskutiert. Bis auf zwei über Fahrradbügel realisierte Zwischenräume als Querungshilfe (Nord- und Südseite) gab es aber bisher keine Verbesserungen. Der GWA-Vorschlag sollte nun wieder Bewegung in das Thema bringen, wurde aber von der Stadt als nicht effektiv und wegen baulichen Veränderungen zu aufwendig abgelehnt: “Die Einrichtung eines Einbahnstraßensystems kann aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht empfohlen werden und würde darüber hinaus auch kaum neue Stellplatzpotentiale erschließen”, heißt es in der dazugehörigen Stellungnahme (pdf-Datei).

Allgemein fühlt sich die Stadtverwaltung nicht zuständig bei Suche nach Lösungen für den starken Parkdruck in Stadtfeld-Ost. “Es besteht seitens der Landeshauptstadt Magdeburg keine gesetzliche Pflicht zur Herstellung von Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum zwecks Abdeckung privater Stellplatzbedarfe.” Sie sieht eher Vermieter und Investoren für kommerzielle Parkflächen (z.B. Parkhäuser) in der Pflicht, neue Stellflächen zu schaffen.

Zum Abschluss wurde die längst notwendige Umgestaltung der Großen Diesdorfer Straße diskutiert. Insbesondere der Engpass zwischen Schenkendorfstraße und Annastraße, gleichzeitig das Stadtteilzentrum auf der Diesdorfer, ist eine Herausforderung, da hier alle Verkehrsteilnehmer auf engstem Raum in einem barrierefreien Umfeld mit erhöhter Aufenthaltsqualität unterwegs sein sollen. Die Planungen durch MVB und Stadtplanungsamt laufen gerade an. Mit einem Baubeginn wird aber frühestens im Jahr 2020 gerechnet. Vorher muss erst die Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee fertiggestellt werden. Bis dahin wird ein transparenter Planungsprozess unter Einbeziehung von Bürgern und Interessenvertretern im Stadtteil (GWA, Gewerbetreibende, Geschäftsstraßenmanagement) wichtig sein, auch damit der erfolgreiche Prozess bei der Entwicklung des “Integrierten Handlungskonzeptes für Stadtfeld Ost und West” fortgesetzt wird.

Einsatz für barrierefreie Haltestellen

Burkhard Lischka mit Andi Poppe (AG Menschen mit Behinderungen) und Konny Keune (SPD-Ortsverein Magdeburg-Stadtfeld)Für die Magdeburger Verkehrsbetriebe gibt es noch viel zu tun. Nicht nur beim Bau neuer Straßenbahnlinien, sondern auch beim barrierefreien Ausbau ihrer Haltestellen. Wer als Rollstuhlfahrer, älterer Mensch mit Rollator oder Mutter mit Kinderwagen zum Beispiel auf der Großen Diesdorfer Straße mit der Bahn unterwegs ist, hat riesige Probleme beim Ein- und Ausstieg. Denn auf der drei Kilometer langen Strecke zwischen Westring, Westfriedhof und Diesdorf ist noch immer keine einzige Haltestelle barrierefrei ausgebaut. Diese Hürden demonstrierte der SPD-Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka kürzlich zusammen mit Andreas Poppe, Mitglied der AG Behinderte Menschen der Landeshauptstadt, und den SPD-Ortsvereinen Stadtfeld und West an der Straßenbahnhaltestelle Westring.

„Hier muss sich schnellstens etwas im Sinne der Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung ändern. Deshalb haben wir als SPD im Stadtrat darauf gedrungen, dass zumindest am Westfriedhof schnellstmöglich eine barrierefreie Haltestelle eingerichtet wird und in der Prioritätenliste der Stadt ganz oben steht“, erläuterte Burkhard Lischka. Der Stadtrat hat den entsprechenden SPD-Antrag am 03.12.2015 beschlossen. Durch diese Entscheidung ist spätestens 2017 mit der Einrichtung der barrierefreien Haltestelle am Westfriedhof zu rechnen. Der SPD-Politiker versprach, bei dem Thema auch künftig nicht lockerzulassen.

Stadtfelder SPD-Ortsvereine fordern behindertengerechte Haltestellen an der Großen Diesdorfer Straße

Christian Hausmann (ganz links) und Burkhard Lischka (3.v.l.) helfen Andreas Poppe beim Einsteigen in die Straßenbahn Linie 6 in Richtung Diesdorf.Mit einer Aktion haben die Ortsvereine Stadtfeld und West, kürzlich auf die fehlende Barrierefreiheit der Haltestellen entlang der Diesdorfer Straße hingewiesen. Mit einer Testfahrt wollten Mitglieder der beiden Ortsvereine feststellen, wie mobilitätseingeschränkte Personen Straßenbahnen in Stadtfeld nutzen können. Dass dies ohne Hilfe nicht möglich ist, war allen Mitfahrenden schnell klar und auch die in den Niederflurbahnen befindlichen Rampen sind bei den großen Abständen zwischen Straßenniveau und Straßenbahn nicht zu benutzen. Andreas Poppe, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, bekam dieses Tatsache auch durch den Fahrer der Straßenbahn bestätigt.

Die Forderung der Ortsvereine ist daher die schnellstmögliche Einrichtung von zunächst mindestens zwei barrierefreien Haltestellen entlang der Diesdorfer Straße, und bis zum Umnau die Schaffung von praktikablen Übergangslösungen. Dies wurde auch in einem der Aktion folgenden Gespräch mit der MVB noch einmal bekräftigt.

Die Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future! hat zur Stadtratssitzung am 17.11.2011 einen Antrag mit dieser Intention gestellt.